„Tomorrow is Tomorrow“

Jevvon und ich gehen regelmäßig, meistens einmal pro Woche, limen. Dazu gehen wir oft auf die Ariapita Avenue in Port auf Spain, die die „Partymeile“ Trinidads darstellt. Sie weist sämtliche Clubs, Bars und Restaurants auf, und ist während der Nacht, besonders am Wochenende, sehr gut besucht. Wenn ihr die Straße entlang geht, fließt eine Vielzahl an Sinnesreizen auf euch ein: Musik, die von allen Ecken kommt, der Geruch von Essen, das hier verkauft wird, und jede Menge Leute, die dem Partyvibe folgen. Für mich ist es jedes Mal ziemlich aufregend, hier zu sein. Wenn ihr einmal in Port of Spain landet und ihr gegen Abend noch unternehmensfreudig seid, kann ich euch die Ariapita Ave auf jeden Fall empfehlen. Es herrscht immer gute Stimmung, es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Lokalen zur Auswahl und die Getränke (oft auch das Essen) sind sehr billig, verglichen mit österreichischen Standards (für genauere Informationen über das Angebot an Lokalen dort, checkt diesen Artikel von Discover TnT aus: Ariapita Avenue ). DAS In-Lokal auf dieser Straße ist momentan Frankie’s, in und vor jenem jede Nacht ganz Port of Spain zum Trinken und Reden zusammentrifft.

Und genau hier kam es auch zu jenem Dialog, von dem ich den Titel dieses Blog-Eintrags abgeleitet habe. Jevvon traf einen ehemaligen Arbeitskollegen, den wir schon ein paar Tage zuvor hier beim Vorbeigehen gesehen haben. Natürlich hat er darauf bestanden, uns etwas zu trinken zu bringen, so dass er drei Minuten später mit Drinks für uns von der Bar zurückkam. Während ich einen „normalen“ Drink bekam, brachte er für Jevvon einen richtigen Trinidadian Drink: Rum mit 75% Alkoholgehalt, pur. Da Jevvon kein hart gesottener Trinker ist, äußerte er Bedenken darüber, den Rum schnell runterzuschütten, wie sein Freund es ihm empfahl, da er am nächsten Tag zu arbeiten hatte. Als Antwort darauf erklärte er, dass es ihm nicht anders erging, aber „Tomorrow is tomorrow“, deswegen bräuchte man sich darüber jetzt noch keine Gedanken machen. Trotz dieses überzeugenden Arguments trank er es langsam, einfach, weil es sonst zu sehr brennen würde im Hals.

Ich habe dieses Zitat als Titel ausgewählt, weil ich es sehr bezeichnend für den Party-Spirit von Trinidadians finde. Es wird Party gemacht und getrunken, als ob es kein Morgen gäbe, und das auch, wenn es sehr wohl ein Morgen gibt und das noch dazu aus Arbeit besteht. Anders als bei „uns“, wo sich unter der Woche meistens nicht viel abspielt, kann man hier jeden Tag ausgehen. Ihr fragt euch, wie man das überlebt? Naja, einerseits vielleicht Gewohnheitssache, andererseits wird vielleicht auch manchmal die Arbeit geschwänzt (wo wird das nicht gemacht?), oder man kommt etwas später.

Passend dazu könnt ihr euch das Musikvideo zu Ducking von Fadda Fox anschauen. Ducking ist ein Trinidadian Wort, das „Verstecken“ bedeutet. Im ersten Teil des Liedes geht es darum, dass Fadda Fox die Arbeit schwänzt, weil er lieber Party machen geht, sich aber vor seinem Boss verstecken muss. (Im zweiten Teil versteckt er sich vor seiner Freundin, aber das ist eine andere Geschichte).

Für alle, die komplett neu in diesem Feld sind: Es handelt sich hier um Soca, die Musik der Trinidadians. Ich werde im Laufe meines Blogs noch oft auf Soca zu sprechen kommen, da es einen sehr wichtigen Bestandteil von Tnt ausmacht.

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